Die Zukunft des Landes familiengerecht gestalten

Eine moderne Familienpolitik orientiert sich an dem, was Familien brauchen um ihren selbstgewählten Lebensentwurf gestalten zu können. Eltern wollen wirtschaftlich unabhängig sein, aber auch Zeit mit ihren Kindern verbringen. Beides muss selbstverständlich sein. Vereinbarkeit bedeutet nicht, dass sich Familien der Arbeitswelt anpassen müssen, sondern umgekehrt.

Für ein gutes Familienleben brauchen Familien Zeit, gute Infrastruktur, genügend Geld und Gleichberechtigung der Geschlechter. Insbesondere Frauen reduzieren zugunsten der Familie häufig ihre Arbeitszeit. Der Grund dafür sind oft Sorgeaufgaben in der Familie, vor allem die Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen. Mittel- und langfristig stellt sich diese Entscheidung allerdings oft als ungewünschte Einbahnstraße heraus, weil der Weg zurück in die ursprüngliche Arbeitszeit versperrt ist. Wir unterstützen eine partnerschaftliche Aufteilung von bezahlten und unbezahlten Aufgaben. Beide Partner*innen sollen wirtschaftlich unabhängig sein, damit sie selbstbestimmt leben können – auch im Alter. Wir brauchen daher einen allgemeinen Anspruch auf flexible Vollzeit mit einem Rückkehrrecht auf die ursprüngliche Stundenzahl nach einer Phase der Teilzeit und einen Rechtsanspruch auf Rückkehr auf eine volle Stelle, ein Recht auf Homeoffice als Ergänzung zum festen Arbeitsplatz sowie eine Pflegezeit, die hilft, die Sorge für einen nahestehenden Menschen mit dem Beruf besser zu vereinbaren

Ohne die Betreuung in den Kindertagesstätten ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heute nicht denkbar. Mit dem massiven Ausbau der Kapazitäten in den letzten Jahren haben wir viel für die Familien im Land getan. Aber dabei wollen wir nicht stehen bleiben: Wir wollen die Qualität in unseren Kitas steigern und mehr Planungssicherheit für Eltern durch einen Rechtsanspruch auf Betreuung von mindestens 7 Stunden am Tag schaffen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hört ja mit der Schulpflicht nicht auf. Große Lücken bestehen bei der Nachmittagsbetreuung für viele Eltern nach der Einschulung ihrer Kinder: Daher wollen wir einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz im Grundschulalter oder einen Hortplatz schaffen.

Es gibt aber nach wie vor einen hohen Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten, vor allem auch in Randzeiten abends, nachts, am Wochenende und in den Ferien. Der flächendeckende Ausbau der Ferienbetreuung in Rheinland-Pfalz ist ein erster Schritt. Wir GRÜNE nehmen die Betreuungsgarantie ernst: Auch für Alleinerziehende im Schichtdienst muss es die Möglichkeit einer kindgerechten, qualitativ hochwertigen Betreuung geben. Dazu gehört die Kindertagespflege, wie auch Modelle von „24- Stunden-Kitas.

Einige dieser Ansätze müssen auf Bundesebene umgesetzt werden, an anderen wie z.B. der Novelle des Kindertagesstättengesetzes arbeiten wir im Land mit Hochdruck. Familien sind unsere Zukunft daher wollen wir Rheinland-Pfalz familiengerecht gestalten. Es ist an der Zeit!

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