24. August 2025
Für mehr Hitzeschutz für die kleinen Kinder in den Kitas setzen sich die rheinland-pfälzischen Grünen ein. Im Gegensatz zu Schulen seien Kitas nicht ausdrücklich verpflichtet, einen Hitzeschutzplan zu erstellen, erklärte die Umwelt- und Bauexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Lea Heidbreder, in Mainz. „Das sollten wir ändern, damit Kita-Kinder an heißen Tagen vor Hitze geschützt sind und nicht regelmäßig früh nach Hause geschickt werden müssen.“
Diese Situation werde Kitas, Kinder und Eltern immer häufiger betreffen, denn allen Prognosen zufolge werde es auch in Rheinland-Pfalz immer mehr heiße Tage geben. Hitzeschutzpläne in Kitas und Schulen sollten einem landesweiten Mindeststandard folgen. „Eine lose Orientierung am Hitzeschutzplan der Landesregierung ist nicht ausreichend, denn dafür sind die Bedürfnisse in Kitas und Schulen zu spezifisch“, mahnte Heidbreder.
Hitzeaktionsplan des Landes als Orientierung und Hilfestellung
Der Aktionsplan der Landesregierung soll helfen, Menschenleben zu schützen. Er enthält Hitzewarnungen und Verhaltensempfehlungen sowie langfristige Strategien für den Städtebau und kurzfristige Tipps.
Er bildet nach Angaben des Bildungsministeriums den Rahmen zur Orientierung und als Hilfestellung für Kommunen bei der Erstellung eines eigenen Hitzeaktionsplans, der auch Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen umfasst. Die konkreten Maßnahmen variierten dabei in Abhängigkeit von den ortsspezifischen Gegebenheiten.
Die Einrichtungen und Träger seien selbst auch angehalten, einen Maßnahmenplan zum Hitzeschutz zu erstellen, der die spezifischen Bedingungen vor Ort berücksichtigt, teilte das Ministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit.
Wirkung von Baumaßnehmen erst nach Jahren
An das Klima angepasstes Bauen sollte bei Schulen und Kitas möglichst verbindlich sein, betonte auch der Bildungsexperte der Grünen-Fraktion, Daniel Köbler. Dabei gehe es nicht nur den Gesundheitsschutz im engeren Sinne. Hohe Temperaturen wirkten sich unmittelbar auf die Konzentrationsfähigkeit und damit den Lernerfolg aus.
Bauliche Maßnahmen seien eine wichtige Grundlage, wirken sich aufgrund von Planungs- und Bauzeiten aber frühestens in einigen Jahren aus. Alle Beteiligten sollten daher auch kurzfristig entlastende Maßnahmen prüfen, regte Köbler an. So wären neben kommunalen Initiativen auch weitere gezielte Förderungen durch das Land denkbar, etwa für Fassadenbegrünung und Sonnensegel.
Thema Hitzeschutz treibt Grüne um
Mit Blick auf den Gesundheitsschutz und gleichzeitig möglichst geringe Kosten könnte es sinnvoll sein, in Bildungseinrichtungen zumindest einzelne kühlbare Räume zu haben, sagte Köbler. Das könnte die Belastung gerade auch für Lehrkräfte sowie Betreuerinnen und Betreuer deutlich senken.
Die Grünen-Fraktion hatte sich zuvor bereits an die Städte und Gemeinde in Rheinland-Pfalz appelliert, sich für einen besonders heißen Sommer zu wappnen. Jede Kommune im Land sollte ihren eigenen Hitzeaktionsplan haben. Damit sollte sichergestellt sein, dass den Schwächsten der Gesellschaft zuverlässig geholfen wird.
© dpa-infocom, dpa:250824-930-948040/1



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