Mehr IGSen für individuelle Förderung und Chancengleichheit

Anlässlich der Plenardebatte zum Schulsystem äußern sich Daniel Köbler, Fraktionsvorsitzender und Ruth Ratter, bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion:

 

Daniel Köbler:

„Längeres gemeinsames Lernen führt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und sichert Schulstandorte im ländlichen Raum. In Integrierten Gesamtschulen können Schülerinnen und Schüler nach ihren individuellen Stärken und Schwächen lernen und gefördert werden. Deshalb ist es kein Wunder, dass diese Schulform bei Eltern sehr beliebt ist. Wir wollen dem Elternwillen endlich gerecht werden und die Zahl der IGSen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Damit sichern wir auch in Zeiten des demographischen Wandels wohnortnahe Schulstandorte gerade im ländlichen Raum. In der kommenden Legislaturperiode wollen wir GRÜNE die Schullandschaft noch zukunftsfester machen: Mit mehr Integrierten Gesamtschulen und mehr Lehrkräften wollen wir die Bedingungen für alle verbessern und damit noch mehr Chancengleichheit schaffen.“

 

Ruth Ratter:

„Heute sind neben den vorbildlichen Grundschulen nur 55 der 564 weiterführenden Schulen im Land „eine Schule für alle“. Nur 9,5 Prozent unserer Schülerinnen  und Schüler kann demnach eine IGS besuchen. Ideale Bedingungen für individualisierte Förderung bleiben somit den meisten vorenthalten. Die CDU stellt mit ihrem heutigen Antrag erneut den Erhalt fragwürdiger Traditionen in den Mittelpunkt. Das führt allein zu einer Fortsetzung von Bildungsungerechtigkeiten wie dem Koppeln von Herkunft und Chancen oder dem Ausgrenzen von allen außerhalb einer vermeintlichen Normalität. Wir GRÜNE unterstützen dagegen konsequent eine ‚Pädagogik vom Kinde aus‘, die sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse und couragierte Praxis entwickeln will – am besten demokratisch als ganze Schule. Wir benötigen einen differenzierten Umgang mit dem einzelnen Menschen und nicht die groben Schubladen des dreigliedrigen Schulsystems.“